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„Te Deum“ und „Paukenmesse“ von Joseph Haydn im Gedenkkonzert für Ludwig Kleiner in Mindelheim

Dekan Andreas Straub erklärte in seiner Einführung der Frieden, so wie er am Ende des „Agnus Dei“ der „Missa in tempore belli“ aufklingt, sei für uns Menschen ein Grundbedürfnis. Nicht die wuchtigen Trommelwirbel im „Dona nobis pacem“, sondern die verinnerlichten begleitenden Schläge des Paukisten Thomas Würfflein, die den vorzüglich und intensiv singenden Kirchenchor unterstützten, beeindruckten tief die Zuhörer, die zu diesem Gedenk-Chorkonzert für Ludwig Kleiner gekommen waren.

Ähnliches gilt auch für das „Qui tollis peccata mundi“ in der Mitte des Glorias. Hier sekundiert kontrastvoll der innig gespielte Celloton von Matthias Thalmann mit dem mächtigen Solobass von Martin Burgmair.

Neben dem Wunsch nach Frieden stand das Streben nach Harmonie der Menschen untereinander. Kaum ein anderer Komponist kann in seinen Tonsätzen die Menschen so bewegen, wie Haydn. Die Kompositionen sind ein Labsal für die Alltagsseele, wie das innig gesungene, ausdrucksvolle „Benedictus“, das alle vier Solostimmen (Julia Chalfin, Silvia Mütterlein, Peter Schmitz und Martin Burgmair) vereint. Immer wieder bestachen die rhythmisch präzisen und in allen Stimmen ausgewogenen gehaltenen Chorblöcke in der Messe, die kräftig rhythmisch und harmonisch von den Streichern, Holz- und Blechbläsern getragen wurden. Die Klangfülle in der Stadtpfarrkirche war überwältigend.

So im „Et vitam venturi“ des Gloria oder aber auch in der großen abschließenden Chorfuge des „Te Deums“ mit dem Vers „In te Domine speravi - auf Dich o Herr, habe ich meine Hoffnung gesetzt“. Damit wurden an diesem Sonntagnachmittag die Vertonungen der liturgischen Texte unter der ruhigen und präzisen Gesamtleitung des jungen Kirchenmusikers von St. Stephan, Michael Lachenmayr im Sinne der Glaubensverkündigung zum Leben erweckt. (ah)