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Da soll einer sagen, dass hochwertige Musikkultur in Mindelheim nicht geboten wird! Zuletzt gab es gleich drei Veranstaltungen, die unterschiedlicher in Inhalten und Interpreten kaum sein konnte: Zuerst begeisterten Giora Feidman und das Gershwinquartett im Stadttheater und am gleichen Ort gab der einheimische Kammerchor „Vocal total“ ein viel beachtetes a-capella-Konzert. Abgeschlossen wurde diese „Drei-Tages-Konzert Reihe“ mit einem Kirchenkonzert in der Stadtpfarrkirche. Der Kirchenchor St. Stephan brachte darin, unterstützt von jungen Solisten, Streichern und Bläsern, das „Gloria“ von Antonio Vivaldi und die Kantate „Wir danken dir, Gott, wir danken dir“ von Johann Sebastian Bach authentisch unter der Leitung des Kirchenmusikers Michael Lachenmayr zur Aufführung.

 

Lachenmayr hat die Prüfung an der Münchner Hochschule für Musik und Theater als Konzert Organist abgelegt. Er hat nach und nach im Rahmen seiner Tätigkeit ein Netzwerk aus professionellen Gesangssolisten, Streichern, Holz- und Blechbläsern und Organisten aufgebaut, auf die er jetzt in Kirchenkonzerten zurückgreifen kann. Und das ist bei Kompositionen, wie dem „Gloria“ von A. Vivaldi notwendig. Die Tempi in den einzelnen Sätzen - meist mit Chor - so im „Gloria in excelsis Deo“, „Et in terra pax“ oder im Schlusssatz „Cum Sancto Spiritu“ müssen die Instrumentalisten präzise und in hohem Tempo spielen. In den Solopassagen - auch m w ' „es Foto: Andreas Herb in der Tongebung - bildeten Gesangs- und Instrumentalsolist eine innige betörende Einheit. In Vivaldis „Domine Deus“ wie auch in der Bach Arie „Gedenk an uns mit deiner Liebe“, gestaltet vom Solosopran oder der kraftvollen Tenorarie .„Halleluja, Stärk und Macht“ glänzten Solooboe, -violine, und die Continuo-Instrumente Cello bzw. Kontrabass und Orgel.

Die Gesangssolisten Brigitte Thoma (Sopran I), Silvia Mütterlein (Sopran II), Stefan Steinemann (Altus), Jonas Wuermeling (Tenor) und Michael Dolp (Bass) bürgten für die Qualität der Aufführung. Ein besonderes Lob gilt dem jungen Organisten Carsten Hohl, der mit seinem präzisen und figuralen Spiel den Chorzusammenhalt „Colla parte“ unterstützte und als Solist beispielsweise in der Bach-Kantate „Vergiß es ferner nicht“ brillierte.

Und so konnten die Sängerinnen und Sänger des Kirchenchores - nach wochenlangem Üben - ihren wichtigen Beitrag leisten: Ein großes Lob gilt dem Sopran, der, unterstützt durch eine gute Kirchenakustik, dem Klang eine dominante Krone aufsetzte und mit den übrigen Stimmen, in den polyphonen Passagen beeindruckte. Diese Leistung honorierten die Gläubigen im gut gefüllten Gotteshaus mit reichem Beifal.

 

Artikel aus der Mindelheimer Zeitung