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„Ein wunderbarer Auftakt war das,“ fand Veronika Braun aus Kammlach. „Beeindruckend und faszinierend zu sehen, wie viel Arbeit der Organist mit Händen und Beinen hat, dieses Instrument zu spielen.“

Professor Edgar Krapp spielte die neue Orgel in der Mindelheimer Stadtpfarrkirche und erntete für sein Konzert viel Bewunderung. Danach kam er bei einem Empfang im Sommerrefektorium des Klosters mit den Gästen ins Gespräch. Krapp unterrichtete an verschiedenen Musikhochschulen, zuletzt in München, bis zu seiner Pensionierung 2012. Seine Konzertreisen führten ihn durch Europa, Amerika und Japan und er hat einen hervorragenden Ruf als Orgelvirtuose.


„Er ist mit der Seele dabei!“ schwärmte Veronika Braun. Auch Hannelore Bühler aus Mindelheim trank hier noch ein Gläschen Sekt. „Wir haben lange gewartet und gespendet, bis die neue Orgel aufgestellt wurde. Ich war auch da, als Orgelbauer und Orgelstimmer das Instrument erklärten“, erzählte sie und empfand das Konzert als Geschenk und beglückenden Genuss.

„Heute habe ich zum ersten Mal die Klangfülle, die vielen Nuancen dieses Instrumentes hören können. Meisterhaft gespielt mit vielen überraschenden Wendungen.“ Orazio Bonassi, pensionierter Pfarrer aus Hausen fand es wunderbar, dass das Orgelspiel auf einer Leinwand am Altar gezeigt wurde. Auch dass Krapp die Stücke vorab in einer Zusammenfassung am Altar erklärte, half zum Musikverständnis aller.

„Die ganze Veranstaltung in diesem Rahmen fand ich sehr gelungen,“ so Bonassi.

Auch der Orgelbauer der Stephanus-Orgel, Siegfried Schmid, war beim Konzert und beim Empfang dabei und plauderte mit dem Künstler und dessen Frau Christine Krapp, die Ihren Mann bei den Konzerten begleitet. Sie half auch beim Konzert oben an der Orgel, blätterte die Notenseiten weiter oder legte neue bereit.

Stadtpfarrer Andreas Straub freute sich besonders für und mit Schwester Ermelinde, die aus Ursberg zum Konzert gekommen war. Denn sie traf hier einen Verwandten. Sie ist eine Cousine zweiten Grades von Krapp und seine Mutter war die Firmpatin der Klosterschwester.

Edgar Krapp selbst erzählte, dass er schon am Donnerstag angereist war und mehrere Stunden auf der Mindelheimer Orgel spielte, um das Instrument kennenzulernen und auch mit dem Klang im Kirchenraum vertraut zu werden. „Ein Künstler ist nie zufrieden,“ antwortete er auf die Frage nach seinem Eindruck von dem Konzert. Aber er habe gespürt, dass es dem Publikum gefiel. „Es war so still, die Leute waren ganz bei der Musik.“ Er konnte das Publikum nicht sehen, aber „mit der Erfahrung über die Jahre bekommt man dafür ein Gespür.“

Dietmar Wagner und Manfred Nuscheler aus Mindelheim waren mit ihren Frauen gekommen, die bei der Verpflegung der Gäste halfen und aktive Mitglieder des „Freundeskreises Kirchenmusik“ sind. Johannes Steber, Vorsitzender des Vereins hielt im Refektorium eine kurze Begrüßungsrede und feierte mit den Gästen. Allen hatte es gefallen, was besonders direkt nach dem Konzert in der Kirche deutlich wurde: lang anhaltender, kräftiger Applaus, vor Begeisterung aufgesprungene, strahlende Besucher. So kann die Konzertreihe gerne weitergehen. (ug)

Artikel aus der Mindelheimer Zeitung