Banner Stephanuskonzerte

Manchmal müssen einfach ein paar Dinge zusammenfinden, damit Großes entstehen kann. Die Stadtpfarrkirche St. Stephan in Mindelheim hat voriges Jahr eine neue Orgel bekommen, von deren Qualität Fachleute schwärmen. An Pfingsten war das Instrument feierlich eingeweiht worden. Dann kam im vorigen Sommer mit Michael Lachenmayr ein neuer Kirchenmusiker in die Kreisstadt. Der 1989 in Wertingen geborene Musiker hat mit viel Herzblut ein neues Festival aufgebaut, das sich bescheiden „Mindelheimer Stephanuskonzerte“ nennt.


Lachenmayr hat bereits an mehreren Meisterkursen teilgenommen und kennt einige vorzügliche Organisten im In- und Ausland. Gemeinsam mit einem neu gegründeten Freundeskreis Kirchenmusik, dem Johannes Steber vorsteht, hat er jetzt ein Jahreskonzert erarbeitet, das in dieser Qualität selbst in Großstädten nur schwer zu finden ist. Die Schirmherrschaft dazu hat Bürgermeister Stephan Winter übernommen.

Den Auftakt der Reihe macht am Sonntag, 17. April, um 17 Uhr der bekannte Organist Edgar Krapp aus Bamberg. Lachenmayr hatte die Chance, bei Krapp lernen zu dürfen. Krapp hat der Orgel zahlreiche Plattenaufnahmen gewidmet. In seinem Mindelheimer Konzert will er die ganze Bandbreite der Orgelmusik zeigen – von Buxtehude im 17. Jahrhundert über Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy bis hin zu Max Reger. Krapp wird in die Musik einführen und Besonderheiten der Werke erklären. Im Anschluss an das Konzert ist im Sommerrefektorium des Klosters zum Heiligen Kreuz ein Empfang geplant, der allen Konzertbesuchern offen steht. Da besteht Gelegenheit, mit dem prominenten Gast ins Gespräch zu kommen.

Das Konzert selbst wird in der Kirche auch auf eine Videoleinwand übertragen, sodass jeder ganz nah miterleben kann, wie Krapp die zweitgrößte Orgel im Landkreis Unterallgäu spielt. Die Größte steht in der Basilika Ottobeuren.

Im Herbst, am 16. Oktober, wird Prof. Bernhard Haas um 17 Uhr sein Debüt in Mindelheim geben. Er wird Werke von Max Reger, Niels Gade, Antonio Vivaldi und Erik Ona spielen. Letzterer ist ein Argentinier unserer Tage. Das dritte Sonntagskonzert findet am 19. Juni um 19 Uhr statt. Chor und Orchester von St. Stephan unter Leitung von Michael Lachenmayr werden Werke von Bach und Vivaldi aufführen, darunter das berühmte Gloria für Soli, Chor und Orchester. Tickets für alle drei Konzerte gibt es jeweils vier Wochen vorher im Vorverkauf im Pfarramt oder im MZ-Ticketservice unter Telefon 08261/9913-75 sowie an der Abendkasse.

Nicht genug der Ideen – von Ende Juni bis Ende Juli sind Spitzenorganisten jeweils Samstags um 11 Uhr zu hören. Rund eine Dreiviertelstunde lang dauern diese Konzerte, für die kein Eintritt zu bezahlen ist. Um Spenden wird gebeten, um die Unkosten zu decken. Den Auftakt macht der Eichstätter Domorganist Martin Bernreuther am 25. Juni um 11 Uhr. Die anderen Termine: 2. Juli, Willibald Guggenmos, St. Gallen. 9. Juli: Michael Lachenmayr aus Mindelheim. 16. Juli: Axel Flier aus Dillingen. 23. Juli: Magne H. Draagen aus Trondheim und 30. Juli: Peter Kofler aus München.

Dekan und Stadtpfarrer Andreas Straub freut sich sehr, dass die wunderbare Orgel neben der Liturgie auch der Kunst dient. Dass aus der Idee Realität werden konnte, ist dem Freundeskreis zu verdanken. Ihm gehören inzwischen knapp 70 Unterstützer der Orgelmusik an. Um das Projekt ins Laufen zu bekommen, haben sich einige Sponsoren gefunden, die notwendigen 10 000 Euro für dieses Jahr bereitzustellen. Jetzt müssen nur noch die Besucherzahlen stimmen.

Artikel aus der Mindelheimer Zeitung